Sektionismus

Rialbo di sotto II (Sezione), 180 x 180 cm, 2007

Das, was ich später „Sektionismus“ genannt habe, ist ein Fluss mit vielen Strömungen.

Er entstand aus dem Bedürfnis heraus, meiner Malerei eine eigenständige Position zu geben.

Eine dieser Strömungen entspringt meinem kulturellen Hintergrund, der von großformatiger Gestenmalerei und vom Konzept des „Bildes im Bild“ beeinflusst ist.

Ein weiterer Zufluss ergab sich aus dem Studium historischer Kunstwerke unter dem Elektronenmikroskop.

Dieser Blick ermöglichte es mir gewissermaßen, in die DNA der Dinge einzudringen und die Malerei auf einer tieferen Strukturebene zu betrachten.

Die intensive Beschäftigung mit den Werken der toskanischen Renaissance führte mich außerdem zu der Erkenntnis, dass es eine mathematische Art zu malen gibt; auch dieser Gedanke ist in meine Praxis eingeflossen.

Aus dem Aufeinandertreffen dieser unterschiedlichen Strömungen hat sich eine komplexe malerische Methode entwickelt.

An den Schnittstellen dieser Erfahrungen entstehen Spannungen, die weder rein gestisch noch rein analytisch oder mathematisch sind, sondern etwas Eigenes hervorbringen.

Diesen Ansatz habe ich „Sektionismus“ genannt.

Das Ergebnis sind gestische und expressive Bilder, deren Berührungspunkte – insbesondere an den Rändern des Bildes – eine eigene Spannung entwickeln und scheinbar etwas Geheimnisvolles erzählen.

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